Nach den ersten Tagen in Interlaken drehte sich das Wetter von Sonne auf Dauerregen. So düsterte sich meine Laune auch zunächst merklich ab. Aber ich raffte mich dann auf und setzte mich in den Zug nach Lauterbrunnen. Dort angekommen hörte der Regen auf, die Wolken blieben - aber irgendwie passte dieses Wetter vielleicht viel besser zu Lauterbrunnen.


Diese Ortschaft schien einem Tolkien-Roman entsprungen sein. Und tatsächlich ist er sich bei seinem Aufenthalt in Lauterbrunnen zu dem späteren "Rivendell" inspiriert lassen. Ein wenig kommt man sich im Lauterbrunnental wirklich vor, als hätte man eine andere Welt betreten: hunderte Meter hohe senkrechte Felswände die das Tal umgeben und etliche Wasserfälle sorgen für eine ordentliche Geräuschkulisse. Der Regen und die Wolken haben es dabei noch mystischer erscheinen lassen.

20.000 Liter WASSER PRO SEKUNDE DURCHFLIESSEN DIE TRÜMMELBACHFÄLLE


Ein bisschen auswärts von Lauterbrunnen in Richtung Stechelberg liegen die Trümmerbachfälle. Diese sind etwas besonderes, denn es sind die einzigen Gletscherwasserfälle Europas im Berginneren, die trotzdem zugänglich sind. Es ist wirklich ein Naturschauspiel, dass so seines gleichen sucht. Es sind insgesamt 10 Wasserfälle, die mit einem Tunnel-Lift zugänglich sind. Der Lift ist im Preis inkludiert. Wer lieber sportlich ist, der kann hoch und runter auch zu Fuß gehen.


Okay, ich habe dann mal den Fahrstuhl nach oben genommen. Der Weg führt ansonsten durch das Berginnere und so lassen sich die 10 Fälle auf eine ganz besondere Art erleben. Der Trümmelbach entwässert die riesigen Gletscherwände von Eigner, Mönch und Jungfrau mit bis zu 20.000 Litern Wasser pro Sekunde. Entsprechend laut und nass ist es natürlich auch, wenn man die Wasserfälle begutachtet und das Wasser dort runtersaust.


Aber nicht nur die Wassermassen machen es beeindruckend, sondern ebenso die Felsformationen, die durch gute Beleuchtungsinstallationen ein schönes Licht erzeugen - und damit auch bei Regenwetter ein schönes Reiseziel darstellen.